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GAIMH - Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit

Die GAIMH setzt sich ein für die Förderung seelischer Gesundheit in der frühen Kindheit sowie für die Vermeidung und Früherkennung von Fehlentwicklungen.

Parallelveranstaltungen 14:00 - 15:00

PV/01: Hallo Bauchmami – Die Sicht frühplatzierter Drei- bis Fünfjähriger auf ihre komplexen Beziehungswelten, Dr. rer. nat. Maria Mögel

Säuglinge und Kleinkinder, die von Misshandlung oder Vernachlässigung bedroht sind, werden dank einer differenzierteren Diagnostik und höheren Aufmerksamkeit für die essentielle Bedeutung der frühen Eltern-Kind-Beziehung heute rascher identifiziert und, wo soziale und therapeutische Interventionen nicht greifen, in Obhut genommen. Dabei verbringen sie aufgrund des notfallmässigen Charakters von Platzierungen wie auch aus administrativen und rechtlichen Gründen häufig lange Zeit in provisorischen Pflegeverhältnissen. Auf dem Hintergrund des aktuellen Wissens sind solche vollständigen und mit dem Verlust von Elternfiguren einhergehenden Umweltwechsel als extreme Belastungen des frühkindlichen Kohärenzerlebens zu verstehen, mit negativen Folgen für Bindungsentwicklung, soziale Integration und psychisches Wohlbefinden (Schore, 2017). Neuere Forschungsdaten zeigen, dass sich frühplatzierte Kinder vor allem dann gesünder entwickeln, wenn sie in ihren Pflegebeziehungen Zugehörigkeit im Sinne von langfristigen und echten Beziehungen erleben können (Wendland & Gaugue-Finot, 2008; Bernard & Dozier, 2011). Wie kann die Beziehungsentwicklung in Obhut genommener Säuglinge und Kleinkinder in Frühplatzierungen besser unterstützt und geschützt werden? Diese Frage soll im Workshop am Beispiel der Ergebnisse der Zugehörigkeitsstudie des Marie Meierhofer Instituts Zürich (Mögel, 2019) unter besonderer Berücksichtigung von Alters- und Geschlechtsunterschieden bei Platzierungen im Säuglings- und Kleinkindalter anhand von Gruppen- und Einzelfallbeispielen diskutiert werden.

Dr. rer. nat. Maria Mögel

Zentrum für Entwicklungspsychotherapie „BabyundKleinkind“ Zürich, Kinderspital Zürich, Abteilung Entwicklungspädiatrie, Schweiz

www.babyundkleinkind.ch

 

PV/02: Emotionelle Erste Hilfe - Bindungsförderung und Krisenintervention, Cornelia Reichlin

Die Emotionelle Erste Hilfe begleitet Eltern und ihre Kinder in Krisensituationen. Eltern, die entweder rund um Schwangerschaft und Geburt Belastendes erlebt haben, das Integration braucht oder Eltern, die im täglichen Zusammensein mit ihrem Kind immer wiederholend Belastungen erleben, die sie an ihre körperlichen und vor allem emotionalen Grenzen bringen. In der Krisenbegleitung ist der Aufbau von Sicherheitserleben ein wichtiger Parameter um die Voraussetzungen für innere und äussere Bindungsbereitschaft zu schaffen.

Die Situation der Corona-Pandemie hat ganz spezielle Herausforderungen an Eltern gestellt. Ein Baby in dieser Zeit zu gebären ist für viele Eltern nicht einfach. Mit Kleinkindern zu Hause auf sich zurückgeworfen zu sein, ohne auf die vertrauten Helfersysteme zurückgreifen zu können, hat viele Familien an ihre Grenzen gebracht. Wie kann das Sicherheitserleben in dieser unsicheren Welt gestärkt werden? Auf welche inneren Prozesse können wir uns konzentrieren, wenn die Sicherheit nicht im Aussen zu finden ist?

In der EEH begleiten wir Eltern aus der Krise zu mehr Kompetenz und Stabilität und stärken so auch die Widerstandskraft in herausfordernden Lebenssituationen. Dabei arbeiten wir körper- und prozessorientiert. Die Dynamik der Krise ist individuell anzusehen und zu verstehen um Wege der Zukunfts- und Lösungsorientierung zu finden. Der Workshop verbindet theoretischen Hintergrund der EEH mit einfachen praktischen Erfahrungen zum Aufbau von Selbstanbindung und innerem Sicherheitserleben.

Cornelia Reichlin

Jahrgang 1970, KomplementärTherapeutin, EEH-Therapeutin sowie Ausbildnerin und Supervisorin für Emotionelle Erste Hilfe (EEH). Arbeit in eigener Praxis in Basel und Leiterin des EEH-Ausbildungszentrums in der Schweiz.

In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit der Frage, was Eltern und/oder Babys brauchen um belastende Erfahrungen zu integrieren oder Wege aus belastenden Situationen im täglichen Leben zu finden. Ihr Schwerpunkt ist die bindungsorientierte Arbeit mit Eltern und Babys auf dem Hintergrund der prä- und perinatalen Traumatherapie. Es liegt ihr am Herzen, Eltern, Babys und Kinder am Anfang des gemeinsamen Lebensweges zu unterstützen, sodass sie auf gut genährtem und gestärktem Boden wachsen können.

www.aavabasel.ch, www.corneliareichlin.ch, www.emotionelle-erste-hilfe.org

PV/03: Krisen und Traumata der frühkindlichen Entwicklung: Eine struktural psychoanalytische Annäherung / Die Darstellung von Traumata und Krisen im kleinkindlichen Spiel, Dipl.-Psych. & Mag. phil. Robert Langnickel, M.A. Dagmar Ambass

Krisen und Traumata der frühkindlichen Entwicklung: Eine struktural psychoanalytische Annäherung

Françoise Dolto hat in ihrer Arbeit mit kleinen Kindern, insbesondere auch aus Kinderzeichnungen und Figuren aus Knetmasse, das unbewusste Bild des Körpers konzeptualisiert. Dieses unbewusste Körperbild ist eng mit den symboligenen Kastrationen verbunden.

Im Workshop soll das Konzept der symboligenen Kastrationen von Dolto vermittelt werden. Einerseits haben die symboligenen Kastrationen positive und sozial humanisierende Auswirkungen. Andererseits werden diese symboligenen Kastrationen auch als Krisen erlebt und können, wenn sie misslingen, zu verstümmelnden Kastrationen werden und traumatisierende Wirkungen evozieren. Das damit verbundene Verständnis der strukturalen Psychoanalyse von frühkindlichen Krisen und Traumata wird einen weiteren Schwerpunkt des Workshops darstellen.

Die Darstellung von Traumata und Krisen im kleinkindlichen Spiel

Anhand von mehreren Falldarstellungen soll gezeigt werden, dass kleine Kinder, sobald sie krabbeln und sich aufrichten, Inszenierungen ihrer Geburt spielen. Dabei wird die Geburt in Anlehnung an Otto Rank als unvermeidbare traumatische Erfahrung des Menschen aufgefasst. In Anlehnung an das Konzept des unbewussten Körperbildes nach Dolto sollen die Spiele als Repräsentationen des unbewussten Körperbildes der kleinen Kinder (vor der Spiegelerfahrung) aufgefasst werden.

Ins Spiel werden aber auch weitere traumatische Erlebnisse der frühen Geschichte der Kinder, wie z. B. miterlebte heftige Konflikte zwischen den Eltern oder das Zurückgeworfensein auf eine ausschliessliche Mutter-Kind-Beziehung während der Corona-Krise, verwoben.

Im Rahmen von Kleinkind-Eltern-Therapien können die Repräsentationen mit den Eltern erlebt und reflektiert werden und so zur gesunden Entwicklung der Kinder und der Familie beitragen.

Dipl.-Psych. & Mag. phil. Robert Langnickel

peu à peu, Lacan Seminar Zürich, Schweiz

M.A. Dagmar Ambass

peu à peu, Arche für Familien, Zürich, Schweiz

PV/04: Familiäre Resilienzfaktoren in globalen Krisen – Was hilft Familien im Umgang mit COVID-19? Selina Ismair, BSc, Julia Wögerbauer, BSc

Familien mit Kindern stehen durch die rasche Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus und den damit einhergehenden Massnahmen der europäischen Regierungen zur Eindämmung des Virus vor vielen Herausforderungen: Durch die teilweise oder völlige Schliessung der Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen überschneiden sich Home-Office-Arbeitszeiten der Eltern mit Kinderbetreuungsaufgaben, Home-Schooling, Haushaltstätigkeiten, etc. Gleichzeitig sind viele Familien mit Einkommensverlusten konfrontiert und die Angst vor Ansteckung einer unbekannten Krankheit dominiert das gesellschaftliche Leben.

In einer Online-Umfrage des Instituts für Early Life Care der PMU Salzburg wurden Eltern von Ende April bis Anfang Mai 2020, also zur Zeit der stärksten Einschränkungen durch den ersten Lockdown, befragt. Über 600 Familien haben teilgenommen und uns Fragen über akuten Stressoren in der Familie aber auch über ihre Bewältigungsmechanismen beantwortet.

In diesem Workshop wollen wir uns mit potentiellen Schutz- und Risikofaktoren beschäftigen und herausarbeiten, warum manche Familien von den Herausforderungen stärker belastet waren als Andere und worin sich diese Familien unterscheiden. Welche Rolle spielen elterliche Eigenschaften wie Mentalisierungsfähigkeit und Co-Parenting, oder Faktoren wie das familiäre Organisationsmuster bei der Bewältigung der Herausforderungen? Welche Rolle hat die Verwendung von Medien bei der Bewältigung der akuten Krise gespielt? Der Zusammenhang zwischen den Resilienzfaktoren einer Familie und dem familiären Belastungsniveau wird anhand der Daten aufgezeigt.

Selina Ismair, BSc und Julia Wögerbauer, BSc

Institut für Early Life Care der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, Österreich

www.pmu.ac.at/early-life-care

PV/05: Herausforderungen beim Lebensstart. Wie erkennen und begegnen wir Risikofaktoren im Alltag? Dr.med. Cyril Lüdin

Atmen, Berühren und Herzen-Hören beeinflussen unsere Neuralentwicklung entscheidend, und damit unser Denken, Fühlen und Handeln. Der Schritt ins Leben ist gepaart mit dem Bedürfnis nach Anerkennung und Willkommensein. Das Eingehen auf ihre Bedürfnisse gibt den Kindern Geborgenheit und Sicherheit. Als schon in der Schwangerschaft präsente und fühlende Wesen spüren sie wohlwollende Gedanken und freudige Erwartungen, aber auch allfällige Verunsicherungen, Angst oder Belastungen. Vieles was die Eltern tun, geschieht ohne bewusste Planung ihres Handelns. Sie bringen ihre eigenen Erfahrungen mit. Fühlen sie sich durch das betreuende Umfeld unter Druck gesetzt und so ihrer intuitiven Kompetenzen beraubt, entsteht Beschleunigung, Hilflosigkeit, Angst und fehlende Nähe zum Kind. Die Kinder selbst reagieren als Seismographen des Systems und weinen ungehalten bis untröstlich. Sie sind nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren. Ich möchte mit praktischen Beispielen aufzeigen, wie wir Risikofaktoren früh erkennen und wie wir den Eltern im Beziehungsaufbau helfen können. Ich mache die Erfahrung, dass durch ein Näherbringen der vorgeburtlichen Erlebniswelt bei den Eltern ein Verständnis für ihr Kind geweckt werden kann. So entsteht häufig ein starkes Bedürfnis ihrem Kind diese Sicherheit und Geborgenheit zu geben.

Dr.med. Cyril Lüdin

Praxispädiater, Fachberater für Emotionelle Erste Hilfe EEH, Verantwortlicher Pädiater Bethesda Spital Basel, Schweiz

www.eltern-kind-bindung.net

PV/06: Zwischen Hoffnung und Angst - Sensible Begleitung auf dem Weg zu früher psychotherapeutischer Hilfe für Eltern und Säuglinge/Kleinkinder, Dr. Gabriele Koch und Katharina Richter

Dieser Workshop richtet sich an Fachkräfte im Bereich der Frühen Hilfen, die seelisch belastete und überforderte Mütter und Väter auf ihrem Weg der Hilfesuche begleiten. Wenn Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern unter drängender Problem- und Symptomlast Kontakt zu professionellen Helfer*innen suchen, beginnt ein Prozess der Indikationsstellung und unter Umständen eine teilweise langwierige Vermittlung in das psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgungssystem. Was für uns Fachkräfte in der Arbeitsroutine schnell und zuverlässig geschieht, wollen wir in diesem Workshop aus der Elternperspektive näher unter die Lupe nehmen. Wir betrachten das Zusammenspiel von Hoffnungen, Ängsten und elterlichen Vorerfahrungen in Situationen der Hilfsbedürftigkeit. Dabei nehmen wir Bezug zur qualitativen Interviewstudie "Unterstützungsbedarf, Nachfrage und Inanspruchnahme von psychosozialen und psychotherapeutischen Hilfen aus Sicht peri- und postpartal psychisch belasteter Mütter", die im Kontext der SKKIPPI Studie in Berlin und Flensburg mit 30 psychisch belasteten Müttern durchgeführt wurde. Beispielhaft zeigen wir auf, was Müttern bei der Suche nach Entlastung, Schutz und einem Platz für stützende, heilsame Erfahrungen geholfen hat. Und wie sie mit Ängsten vor Enttäuschung, Stigmatisierung oder Verunsicherung umgegangen sind. Ziel des Workshops ist es, Hürden an den "Schnittstellen" im Versorgungssystem sensibel wahrzunehmen und Eltern und Kindern in seelischen Krisensituationen die breite Palette von Hilfen zugänglich zu machen.

Dr. Gabriele Koch und Katharina Richter

International Psychoanalytic University Berlin (IPU), Deutschland

www.ipu-berlin.de

PV/07: Risikofamilien in Corona-Zeiten "aufsuchend" begleiten. Virtuelle Hausbesuche mit PAT - Mit Eltern Lernen am Beispiel zeppelin - familien startklar, Silvia Hengartner, Carmen Drinkmann

Belastete Familien ( -9 +36) unter den aktuellen pandemischen Bedingungen kontinuierlich zu begleiten stellt Familien wie Fachkräfte gleichermassen vor grosse Herausforderungen.  Nach einer kurzen Vorstellung des aufsuchenden Programms zur Elternbildung und frühkindlichen Förderung PAT - Mit Eltern Lernen wird praxisnah aufgezeigt

  • wie sich aufsuchende Elternbildung und frühkindliche Förderung in Zeiten der Corona-Pandemie gestaltet
  • welche Erfahrungen mit virtuellen Hausbesuchen vorliegen
  • wie gängige Programm-Formate angepasst werden, damit gute Beziehungen zu risikobelasteten Familien auch in diesen Zeiten nicht abbrechen
  • dass Fachkräfte Mut entwickeln und Berührungsängste mit digitaler Informationstechnologie und deren Anwendungen verlieren.

Silvia Hengartner

Koordination PAT Schweiz, zeppelin – familien startklar, Zürich, Schweiz

Carmen Drinkmann

Programmleitung PAT – Mit Eltern Lernen, Nürnberg, Deutschland

www.pat-mitelternlernen.org

www.zeppelin-familien.ch

PV/08: Als Fachkraft mit Familien in Krisen partnerschaftlich zusammenarbeiten – (wie) geht das? Blick auf das Arbeitsbündnis als Grundlage professionellen Handelns, Eva Klein

Die Zusammenarbeit mit Eltern hat sich in fast allen Feldern der frühen Kindheit kontinuierlich weiterentwickelt hin zu einem partnerschaftlichen Modell, das die Partizipation der Eltern als grundlegend vorsieht. Wie aber sieht es in der Praxis aus, wenn eine Seite sich (privat) an die andere Seite (öffentlich) mit der Bitte um Unterstützung in einer Krise wendet? Wenn eine Seite Fragen hat und die andere – zumindest theoretische - Antworten? Wie definiere ich meine Rolle als professionelle Fachkraft gegenüber den Eltern und ihrem Kind und wie mache ich dies für sie erkennbar? Welchen Auftrag definiere ich für mich selbst und wie gestalte ich die Auftragsklärung mit der jeweiligen Familie?

Der Workshop möchte die Möglichkeit bieten diese Fragen gemeinsam zu diskutieren. Als Input und theoretische Grundlage wird auf das strukturbezogene Professionsmodell von Ulrich Oevermann Bezug genommen, das eine Autonomie der Lebenspraxis und seiner Bewährungsdynamik im Sinne von Krisenbewältigung beschreibt. Das Modell beschreibt eine stellvertretende Krisenbewältigung seitens der Fachkräfte zur Wiederherstellung der Autonomie der Klienten, für die die Ausgestaltung eines Arbeitsbündnisses eine tragende Rolle spielt. Damit bietet es sich als Reflexionsfolie für die eigene Arbeit an und ist hilfreich, um im engen Kontakt mit den Familien immer wieder die eigene Handlungsfähigkeit zwischen Verstrickung und Distanz ausloten zu können.

Eva Klein

Leiterin Arbeitsstelle Frühförderung Hessen, Deutschland

www.asffh.de

PV/09: Wie uns Musik in der Krise Frühgeburt trösten und stützen kann, Dr. rer. medic. Friederike Haslbeck

Frühgeburt ist eine Krise, wenn nicht gar ein Trauma für die Kinder und ihre Familie, die sich über Wochen bis hin zu Monaten und Jahren auf die Betroffenen auswirken kann. Sowohl die Kinder als auch die Eltern leiden unter Adaptionsschwierigkeiten, Überforderung, Anspannung und immer wiederkehrende neue Stressoren. Welche Ressourcen Musik (als Therapie) für diese Krise bereitstellen kann, möchte der Workshop vermitteln. Es soll aufgezeigt werden, wie Musik und Stimme auf der Neonatologie, aber auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus entspannend, unterstützend, tröstend und fördernd eingesetzt werden können – sowohl für die Kinder als auch für die betroffenen Familien. Der Workshop möchte für einen bewussten Umgang mit akustischen Stressoren, Stimme und Musik sensibilisieren und musikalische Unterstützungsangebote aufzeigen, die von den Workshop TeilnehmerInnen genutzt werden können, um die Eltern zu stärken und sie dadurch zu Ko-Produzenten der Gesundheit ihres Kindes und ihres eigenen Wohles werden zu lassen. Dies kann dazu beitragen, Stress bei allen beteiligten Akteuren abzubauen, neue Ressourcen zu erkennen und zu nutzen und die Krise Frühgeburt gemeinsam mit den Familien zu bewältigen. Hintergrundwissen und aktuellste Forschungsergebnisse z.B. aus der neurologischen Forschung zu Musik als Therapie werden präsentiert und musikalische Krisenansätze für den Praxisalltag für verschiedene Berufsgruppen erarbeitet.

Alle Workshop-Teilnehmenden brauchen eine Möglichkeit, sich für Selbsterfahrungsübungen auf ein/e Matte/Sofa/Bett zu legen und eine gute verfügbare Audioübertragung (z.B. Extraboxen für den Laptop/Computer für gute Audioqualität)

Dr. rer. medic. Friederike Haslbeck

Universität und Universitätsspital Zürich, Schweiz

PV/10: "Krise in anderen Umständen..." - Von Sternen- und Regenbogenkindern und ihren Müttern, Carmen Eger

In unseren Köpfen existiert die tiefe Sehnsucht nach einer harmonischen Familie, wie die aus den Hochglanzprospekten. Und: „In andere Umstände“ geraten alle werdenden Eltern. Die frühe, dyadische und triadische Interaktion, die Feinabstimmung zwischen Mutter und Kind beschäftigen uns. Und wir gehen davon aus, dass es evolutionär vorbestimmt ist, dass Frauen schwanger werden und gebären. Doch für einige Paare stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Neben den „normalen“ Hürden des Elternwerdens gibt es Schicksale, die Eltern und ihre Kinder, deren Selbstentwicklung und die Familiendynamik in besonderer Weise prägen.

Im Workshop wollen wir uns exemplarisch mit der Geschichte eines gleichgeschlechtlichen Paares beschäftigen, das sich vielfältigen Erschütterungen stellen muss. Wir wollen uns mit dem Schmerz zweier Frauen auseinandersetzen, endlich schwanger gewesen sein und am Ende das Kind tot gebären zu müssen. Welche konzeptuellen Überlegungen braucht es aus psychodynamischer, bindungsanalytischer Sicht, wenn wir Frauen in der Schwangerschaft und über den Tod des Kindes hinaus begleiten? Wie können wir in den verschiedenen Berufen Frauen unterstützen, diese leidvolle Erfahrung in ihr Leben und vor allem in das des nachgeborenen Kindes zu integrieren? Was können wir anders, besser machen?

Carmen Eger

  • Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (TP)
  • Supervisorin
  • Autorin
  • Psychotherapeutische Praxis Templin
  • International Psychoanalytic University (IPU), Berlin, Deutschland

www.psychotherapie-eger.de

www.ipu-berlin.de

PV/11: Qualitätslabel SSLV – Was ist das?, Barbara Storr

Was beinhaltet das neue Qualitätslabel SSLV? Die Erwartungen und Anforderungen an SpielgruppenleiterInnen sind mannigfaltig. Dieser Mehrfachbelastung sind sich die verschiedenen Anspruchsgruppen selten bewusst. Nicht alle Zielgruppen verstehen unter dem Begriff „Qualität in der Spielgruppe“ dasselbe. Ein Qualitätslabel erhöht die Sichtbarkeit und schafft Transparenz, denn geteiltes Qualitätsverständnis bildet die Basis für Qualitätsentwicklung. Da vor allem die Prozessqualität die Entwicklung der Kinder beeinflusst, sind die pädagogischen Qualitätsmerkmale ein grosser Bestandteile der Zertifizierung. Zugleich lassen sich aber auch nötige Rahmenbedingungen, der kindgerechte Betreuungsschlüssel, angemessene Löhne oder Aus- und Weiterbildungen des Fachpersonals ableiten und begründen.
Qualitätsstandards setzen bedeutet auch Reflexion, nur so können Krisensituationen besser aufgefangen werden. Zudem bietet ausgewiesene Qualität Sicherheit für Eltern und Kinder und dient Familien, die auf der Suche nach einem Spielgruppenplatz sind, als Entscheidungshilfe. Kantonen, Gemeinden und Behörden bietet das Qualitätslabel Anhaltspunkte und Kriterien für Leistungsvereinbarungen oder andere Unterstützungsmöglichkeiten. In diesem Workshop werden wir das Qualitätsverständnis der verschiedenen Anspruchsgruppen beleuchten. Sie lernen die Qualitätsmerkmale SSLV kennen, die als Grundlage für das Label dienen und erfahren, wie sich der Prozess dafür gestaltet. Anhand eines Praxisbeispiels sehen Sie, wie alle Anspruchsgruppen - inklusive Politik - von einem Qualitätslabel SSLV profitieren.

Barbara Storr

Projektverantwortliche Qualitätslabel SSLV, Schweizerischer Spielgruppen-LeiterInnen-Verband SSLV

www.sslv.ch

PV/12: Ressourcen- und körperorientierte Krisenbegleitung während der Corona-Pandemie / Entstehung Hilfetelefon "Schwierige Geburt", Paula Diederichs

Teil 1

Ressourcen- und körperorientierte Krisenbegleitung für den Zeitraum Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit im Rahmen der SchreiBabyAmbulanzen in Berlin und den besonderen Herausforderungen durch die Covid-19 Pandemie

Die Referentin berichtet über den theoretischen Hintergrund dieses Ansatzes und zeigt anhand Fallbeispielen auf, was die besondere Herausforderung sind, unter Pandemie-Bedingungen nicht im Präsenzkontakt sein zu können und ohne direkte Körperarbeit trotzdem körperorientiert mit den krisengebeutelten Familien zu arbeiten. Auch wird aufgezeigt, wie die enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der frühen Hilfen in dieser Zeit umgesetzt wird.

Teil 2

Entstehung Hilfetelefon-Schwierige-Geburt.de

Ab 1. Juni 2020 ist in Deutschland ein bundesweites Hilfetelefon für Frauen nach schwierigen Geburten geschaltet worden. Die Erfahrungen der Vereine Mother Hood und ISPPM haben dieses Projekt für dringend notwendig erachtet und nach einer 2-jährigen Vorlaufzeit umgesetzt. Die Referentin und Mitinitiatorin berichtet über die Entstehung, den konkreten Ablauf und die wissenschaftliche Begleitung.

Paula Diederichs

Leiterin der SchreiBabyAmbulanz Bezirk Berlin Mitte und Leiterin WiKK® - Weiterbildungsinstitut für Ressourcen- und körperorientierte Krisenbegleitung Berlin, Deutschland

 

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