Geschäftsstelle

GAIMH
Hernalser Hauptstraße 15/2/9
A - 1170 Wien

Schreiben Sie uns
info@gaimh.org

Über Uns

GAIMH - Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit

Die GAIMH setzt sich ein für die Förderung seelischer Gesundheit in der frühen Kindheit sowie für die Vermeidung und Früherkennung von Fehlentwicklungen.

Parallelveranstaltungen, Freitag 15.45 - 17.15

Block II

PII/01: Über die Bedeutung des Spielens in der Frühförderung, Nancy Munsche

Spielen ist ein zentraler Bestandteil der Frühförderung, da es eine Grundlage für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern schafft. Durch das Spielen lernen Kinder, sich selbst und ihre Umwelt zu erforschen, soziale Kompetenzen zu entwickeln und ihre Kreativität zu entfalten. Es ist ein natürlicher Lernprozess, der die kognitive, soziale, emotionale und körperliche Entwicklung positiv beeinflusst.

Der Workshop gibt einen Einblick in die Spielentwicklung von Kindern mit und ohne Behinderungen, der Spielförderung im Kontext von Frühförderung, sowie hilfreichen Rahmenbedingungen und Angeboten in der Spiel-Förderung.

Nancy Munsche

Dipl. Sozialpädagogin, Leiterin der Arbeitsstelle Frühförderung Hessen

PII/02: Spiele-essen: warum, wann, wie?, Univ. Prof. Dr. med. Marguerite Dunitz-Scheer

In der beruflichen Beschäftigung mit Ess-auffälligen Kleinkindern habe ich ab 1986 an der Grazer Universitätsklinik für Kinderheilkunde die Idee geboren, dass man such mit Säuglingen und Kleinkindern in Kleingruppen von 6-10 Kindern mit jeweils einem anwesenden Elternteil und der Anwesenheit von 2-4 Therapeuten die Essentwicklung mit Hilfe eines gemeinsamen Picnics am Boden positiv beeinflussen könnte.

Die Gruppe selbst als Angst reduzierendes aber Explorationsförderndes Setting und das Zulassen einer vom Kind selbstregulierten Integration in der Gruppe können nach jahrelanger Intergarzon dieser damals recht experimentellen Methode eindeutig zu einer Beschleunigung des blockierten oder noch nicht altersgerecht entwickelten Essverhaltens führen.

Das gleichzeitige Empowerment der Eltern sowie eine regelmäßige kritische Teamreflexion sind zusätzliche unverzichtbare Notwendigkeiten dieser prozessualen Arbeit.

Eine zentrale Frage in unserem Workshop ist auch, ob der Begriff des Spiele-essens mit der sonst gebräuchlichen Verwendung des Begriffs des “kindlichen Spiels” in Verbindung steht oder gebracht werden kann. Für mich persönlich bedeutet die beobachtbare Tätigkeit der Kinder eher “ihre intuitiv geleistete, ernstzunehmende und zu respektierende Arbeit” und hat mit Spielen im engeren Sinne wenig gemeinsam.

Hier soll autonom taktil, lustvoll und selbstreguliert in einem angstfreien Raum in Anwesenheit der jeweiligen Bindungsperson gemeinsam experimentiert werden, Texturen angegriffen, gerochen, geschleckt, gekostet und eventuell sogar geschluckt, ohne Essen oder Trinken zu müssen. Währenddessen die Eltern angehalten werden, ihre bisherige Kontrollposition und aktive Mithilfe zu reduzieren und den Fertigkeiten des Kindes anzupassen. Für das Kind geht es um sie sensible und störungsanfällige aber essizielle Phase des Übergangs von der Dependenz in die grpsse weite Welt seiner autonomen selbstregulierten Nahrungsaufnahme, welche in vielen Kulturen bereits praktisch ab dem 6. Lebensmonat aktiv gefördert wird und mit Erreichen des Endes des 1.  Lebensjahres beim gesunden Kind de facto abgeschlossen sein soll. Ich fteue mich auf Sie!

In der beruflichen Beschäftigung mit Ess-auffälligen Kleinkindern habe ich ab 1986 an der Grazer Universitätsklinik für Kinderheilkunde die Idee geboren, dass man such mit Säuglingen und Kleinkindern in Kleingruppen von 6-10 Kindern mit jeweils einem anwesenden Elternteil und der Anwesenheit von 2-4 Therapeuten die Essentwicklung mit Hilfe eines gemeinsamen Picnics am Boden positiv beeinflussen könnte.

Die Gruppe selbst als Angst reduzierendes aber Explorationsförderndes Setting und das Zulassen einer vom Kind selbstregulierten Integration in der Gruppe können nach jahrelanger Intergarzon dieser damals recht experimentellen Methode eindeutig zu einer Beschleunigung des blockierten oder noch nicht altersgerecht entwickelten Essverhaltens führen.

Das gleichzeitige Empowerment der Eltern sowie eine regelmäßige kritische Teamreflexion sind zusätzliche unverzichtbare Notwendigkeiten dieser prozessualen Arbeit.

Eine zentrale Frage in unserem Workshop ist auch, ob der Begriff des Spiele-essens mit der sonst gebräuchlichen Verwendung des Begriffs des “kindlichen Spiels” in Verbindung steht oder gebracht werden kann. Für mich persönlich bedeutet die beobachtbare Tätigkeit der Kinder eher “ihre intuitiv geleistete, ernstzunehmende und zu respektierende Arbeit” und hat mit Spielen im engeren Sinne wenig gemeinsam.

Hier soll autonom taktil, lustvoll und selbstreguliert in einem angstfreien Raum in Anwesenheit der jeweiligen Bindungsperson gemeinsam experimentiert werden, Texturen angegriffen, gerochen, geschleckt, gekostet und eventuell sogar geschluckt, ohne Essen oder Trinken zu müssen. Währenddessen die Eltern angehalten werden, ihre bisherige Kontrollposition und aktive Mithilfe zu reduzieren und den Fertigkeiten des Kindes anzupassen. Für das Kind geht es um sie sensible und störungsanfällige aber essizielle Phase des Übergangs von der Dependenz in die grpsse weite Welt seiner autonomen selbstregulierten Nahrungsaufnahme, welche in vielen Kulturen bereits praktisch ab dem 6. Lebensmonat aktiv gefördert wird und mit Erreichen des Endes des 1.  Lebensjahres beim gesunden Kind de facto abgeschlossen sein soll. Ich freue mich auf Sie!

Univ. Prof. Dr. med. Marguerite Dunitz-Scheer

Kinderärztin, Gestalt-Psychotherapeutin, Kinderopern-Regisseurin, Gründerin der ersten internationalen Esslernschule, Leiterin Notube-Teleclinic, 6+ Kinder, 14+ Enkelkinder

PII/03: Was macht der Humor im frühen Spiel? Humor als Booster für die emotionale und kognitive Entwicklung, Hannes Urdl

Delphine erzeugen Luftkringel, die sie durchs Wasser bugsieren, Orcas bieten Menschen Geschenke an, Orang-Utans, Schimpansen, Bonobos und Gorillas necken einander.
Wir nehmen diese Forschungsergebnisse als Impuls, um frühe Formen der Kontaktaufnahme und des spielerischen Humors mit ihrem kognitiven und emotionalen Gehalt spielerisch zu erleben und zu reflektieren.
Der spielerische Humor in der Gesundheitsclownerie.

Hannes Urdl

war Künstlerischer Leiter der ROTE NASEN Clowndoctors in der Steiermark. Er ist Liedermacher und Erwachsenenbildner. Er ist seit mehr als zwanzig Jahren in der Aus- und Fortbildung für Pflegepersonal und Mittleres Pflegemanagement tätig. Seine Themen sind: Humor, Lachen, Kommunikation, Burn out Prävention, Resilienztraining und Stations-/Bereichsleitung. Er ist Autor des Buches

Humorvoll pflegen. Hintergrundwissen und Impulse für die Pflegepraxis. Facultas Verlag.

PII/04: Die Möglichkeiten zum freien Spiel unterstützt den Säugling von Anfang an in der Entwicklung seiner selbstregulatorischen Fähigkeit, Claudia Sourek

„Wir denken oft zuerst an die Begriffe Frustrationstoleranz oder Impulskontrolle bzw an emotionale Regulationsfähigkeiten, wenn wir von Selbstregulation sprechen.
Wir kennen aber nicht immer eine Grundlage davon: die Selbstregulation in der selbstinitiierten Tätigkeit. Diese beinhaltet die intrinsische Fähigkeit der Regulation der Aufmerksamkeitsqualitäten: der Wechsel von sich zu vertiefen, zu üben, sich auszuruhen, offen für neue Anregungen zu sein - Ausdauer zu entwickeln.
Diese Regulation der Aufmerksamkeitsqualitäten in der selbständigen Tätigkeit ist die Grundlage für Lernen und Entwicklung, aber auch für Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und Kreativität.“
Christine Rainer
Die Erfahrungen der Pikler®Kleinkindpädagogik werden dieses Thema beleuchten und  das Verständnis dafür durch  Videobeispiele und einen praktischen Versuch vertiefen

Claudia Sourek

Pikler®Dozentin und Vorstandsmitglied der Pikler Hengstenberg Gesellschaft Österreich

PII/05: Das freie Spiel in der Kinderkrippe - Über die Wichtigkeit des freien, selbst bestimmten Spiels - Spielmaterial und vorbereitete Umgebung, Christine Bader

Spielen ist Kindern ein inneres Bedürfnis, sie brauchen es für ihre gesunde Entwicklung so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen – es stärkt das Selbstvertrauen, fördert Kreativität und hilft, die eigene Persönlichkeit zu entfalten.
Für Krippenkinder ist es jedoch gar nicht so einfach in der Gruppe zu spielen, sich näher kennenzulernen, um Spielzeug zu verhandeln und sich abzugrenzen. Damit dies gelingen kann, muss der Erwachsene für das Kind eine vertrauensvolle Atmosphäre und dem Entwicklungsstand entsprechend vorbereitete Umgebung schaffen. So sollte der Spielbereich in der Krippe auf der einen Seite ein hohes Maß an Sicherheit bieten und dem Kind auf der anderen Seite ein ungestörtes Explorieren ermöglichen, ohne ständige Eingriffe und durch Erwachsene. Hierfür wählt die Fachkraft die Spielmaterialien auf Basis ihrer Beobachtungen aus. Dazu benötigt sie ein fundiertes Fachwissen über die kindliche Spielentwicklung als auch Kenntnisse über die Persönlichkeit des Kindes. Das Ziel einer gut vorbereiteten Spielumgebung besteht darin, den Kindern eine entspannte und zugleich anregungsreiche Atmosphäre zu bieten, in der sie selbständig aktiv werden können.

In diesem Workshop bekommen sie praktische Impulse,
- zur Bedeutung des freien, selbstbestimmten Spiels in der Krippe
- und wie sie durch die Auswahl an Spielmaterial eine vorbereitete Umgebung im Garten und im Raum für die Krippengruppe gestalten.

Christine Bader

Erzieherin, Sozialpädagogin, Systemische Beraterin

PII/06: Das Spiel während der Beratung / Therapie ermöglichen und nutzen, Eva Zeiko

Kinder spielen, wenn sie entspannt sind. Sie spielen auch, während die Eltern Themen des Familienlebens in der Psychotherapie oder Beratung besprechen. Das Spiel des Babys/Kleinkindes können wir als Ressource bewusst nutzen. Diagnostisch und in der Behandlung ist das Spiel des Kindes ein Schatz, den wir für die Weiterentwicklung der Familie, zur Symptomlinderung nutzen können. Die aufeinander-Bezogenheit von Eltern und Kind zeigt sich im Wechsel von Exploration und Bindungsverhalten und kann für den Beratungs- oder Therapieprozess sehr hilfreich sein.

Eltern profitieren:

  • Sie bekommen Ideen, welche Spielsachen dem Alter des Kindes entsprechen und ihr Kind interessieren könnten.
  • Sie lernen wahrzunehmen, was ihr Kind gerade macht und welche Bedeutung es haben könnte.
  • Sie erleben das fachliche Gegenüber als Modell: wie wird der „Spielplatz“ gestaltet, wie kommuniziert er/sie mit dem Kind, usw.


Kinder profitieren:

  • Sie dürfen spielen – sie lieben es, zu spielen!
  • Sie erleben, dass die Eltern Unterstützung bekommen und können „ganz Kind“ sein.
  • Sie erleben uns zugewandt, freundlich, respektvoll. Sie können von sich aus Kontakt aufnehmen, zum Spielen auffordern.
  • Das Erleben in der Beratungs-/Therapiesituation kann positive Auswirkungen auf die Spielumgebung zu Hause haben.

Inhalte des praxisorientierten Workshops:
Ideen an Spielmaterial für verschiedene Altersgruppen
Setting: Beratung/Therapie und Spiel
Praktische Umsetzung

Eva Zeiko

Psychotherapeutin, Familienberaterin

PII/07: Spiel dich nah - Bindungsaufbau bei autistischen Kindern im Kleinkindalter, Dipl.-Psychologin Jule Epp

Vertiefung zum Vortrag

Je besser wir die neurologischen und beziehungsbezogenen Herausforderungen verstehen, vor denen junge Kinder im autistischen Spektrum stehen, desto klarer wird es, dass wir eine der kraftvollsten Unterstützungsformen einsetzen müssen: das Spiel.
In diesem Workshop erkunden wir anhand von Fallbeispielen, Videosequenzen und Selbsterfahrungsübungen konkrete Wege, wie Eltern und Fachpersonen autistischen Kleinkindern den Zugang zur Welt des Spiels eröffnen können – und damit zugleich die Tür zu Bindung und Entwicklung.

Dieser spielbasierte Ansatz ist zutiefst respektvoll und bestärkend. Er fördert nicht nur das individuelle Entwicklungspotenzial des Kindes, sondern auch das der Bezugsperson – im gemeinsamen Wachsen, Verstehen und Miteinander.

Dipl.-Psychologin Jule Epp

ist Diplom-Psychologin aus Vancouver, Kanada. Seit 1992 lebt sie in Berlin und arbeitet seit 2009 mit autistischen Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern. Sie leitet eine Online-Bildungsstätte für Eltern und Fachkräfte, die Kurse und Webinare auf Grundlage eines bindungsorientierten Entwicklungsansatzes anbietet. Ihr therapeutischer Schwerpunkt liegt darauf, die Entwicklung autistischer Kinder durch sichere Bindung und Spiel zu unterstützen. Auch persönlich ist ihr das Thema vertraut: Sie ist Mutter eines Sohnes im autistischen Spektrum.

PII/08: Das Potential des Spielens für die Verarbeitung von Erfahrungen: Medienrealitäten von Kindern in Therapie, Kita & Elternberatung personzentriert aufgreifen, Dr.in phil. Elisabeth Denzl M.Ed

Digitale Medien prägen die Lebenswelten von Kindern. Dabei liegen die potenziellen Chancen und Risiken für Kinder dicht beieinander. Nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie sind kindliche Nutzungszeiten höher als von Expert:innen empfohlen und auch unbegleiteter Zugang zu digitalen Medien ist weit verbreitet. Dies führt zu zunehmenden Herausforderungen in der pädagogischen und therapeutischen Praxis, was eine intensivierte Professionalisierung von Fachpersonal im Umgang mit Medienerfahrungen erfordert.

Der Beitrag beleuchtet die Medienwirkung und Kindergesundheit aus wissenschaftlicher Perspektive und zeigt praktische Wege für den Umgang mit Medienerfahrungen von Kindern (0–3 Jahre) auf. Thematisiert werden sowohl alltagsintegrierte Ansätze wie auch gezielte Interventionen der personzentrierten Spieltherapie zur Unterstützung kindlicher Medieninteressen und Bewältigung problematischer Erfahrungen. Zudem werden Beratungsansätze für Eltern vorgestellt und anhand des SESAM-Kartensets (Denzl, 2025) ein Konzept zur institutionellen Medienbildung für Kitas skizziert. Durch die Veranschaulichung anhand von Videostichproben und Fallbeispielen aus Therapie- und Elternberatungsprozessen wird eine interaktive Auseinandersetzung mit diversen Fragestellungen und Problematiken ermöglicht.

Dr.in phil. Elisabeth Denzl M.Ed

Pädagogin, ehem. Wissenschaftliche Mitarbeiterin

PII/09: Spiel in Interaktion: Impulse für die spielerische Begleitung frühkindlicher Entwicklung, Dr.in Gabriela Markova

Spiel ist weit mehr als Unterhaltung – es ist ein evolutionäres Grundprinzip und eine zentrale Erfahrungsform, durch die Kinder sich selbst, andere und die Welt verstehen lernen. Bereits in der frühen Interaktion mit Bezugspersonen zeigen Säuglinge grundlegende spielerische Fähigkeiten. Gemeinsames Spiel eröffnet so einen Raum für gemeinsames Lernen, Staunen und emotionales Verstehen. In diesem Workshop erhalten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in soziale Spielprozesse, frühkindlichen Humor und die Bedeutung des Spiels als eigenständiges Phänomen. Anhand von Videobeispielen, Reflexion und Selbsterfahrung wird gemeinsam erarbeitet, wie Spielverhalten erkannt, verstanden und im pädagogischen oder therapeutischen Alltag gezielt begleitet werden kann. Im Mittelpunkt steht die Rolle der Erwachsenen als achtsame SpielpartnerInnen – und Spiel als optimaler Kontext für Entwicklung.

Dr.in Gabriela Markova

ist Wissenschaftlerin am Institut für Early Life Care der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg. Sie promovierte in Psychologie an der York University in Toronto, Kanada, und absolvierte das Magisterstudium an der Universität Salzburg. In ihrer Forschung untersucht sie die frühe sozio-emotionale und -kognitive Entwicklung unter Anwendung verschiedener Methoden, darunter Verhaltens- und endokrinologische Analysen, EEG und Eye-Tracking. Dr. Markova interessiert sich besonders für die Bedeutung, Struktur und Funktion früher sozialer Interaktionsprozesse sowie für die klinische Relevanz sozialer Kognition. Zudem war sie als Forschungsleiterin bei Red Noses International tätig, wo sie Forschungsaktivitäten zur Wirksamkeit von Clowninterventionen im Gesundheitswesen initiierte.

PII/10: Spielend zur Sprache finden. Das Spiel als Mittel in der entwicklungspsychologischen Sprachtherapie (EST), lic. phil., dipl.Logopädin Susanne Mathieu

Der Spracherwerb beginnt mit den frühesten Kommunikationserfahrungen des Kindes im ersten Lebensjahr, lange bevor es erste Wörter äussert. Mit zunehmender Selbstständigkeit und Explorationslust im zweiten Lebensjahr wächst das Bedürfnis, gemachte Erfahrungen mit seinen Bezugspersonen zu teilen. So baut das Kind seine verbalen Kompetenzen auf und aus. Frühe Sprachtherapie setzt heute entsprechend früh an. In der Praxis werden Kinder ab 2 Jahren vorgestellt, die unzuverlässige frühe Interaktionserfahrungen gemacht haben, Sprache schlecht verstehen oder noch keinen Anspruch zeigen, mittels Sprache die Welt aktiv zu erobern. Frühe Sprachtherapie erfordert eine ganzheitliche Sicht auf das Kind und sein Umfeld. Was könnte die Prozesse, welche zum Entdecken der Sprache führen hemmen? Neben den frühen Interaktionserfahrungen sind insbesondere die frühen Spielerfahrungen von zentraler Bedeutung. Im «Als-ob»-Spiel beginnt das Kind eigene Vorstellungen sprachlich zu repräsentieren. In der therapeutischen Beziehung erfährt es, dass es über die Sprache etwas bewirkt und verstanden wird. Dieser Zugang ist entscheidend, damit Sprache nicht nur zum Benennen von Sichtbarem verwendet wird, sondern zum Transportieren von Vorstellungen und Gedanken. Im Workshop werden die Haltung und Prinzipien der frühen Sprachtherapie (EST) aufgezeigt und anhand konkreter Fälle verdeutlicht.

Susanne Mathieu (lic. phil., dipl. Logopädin)

studierte Logopädie an der Universität Freiburg/CH (Diplom und Lizentiat). Sie ist als Therapeutin und fachliche Leiterin des Teams, in eigener Praxis im Frühbereich, in Zürich tätig.

Als Kursleiterin, Dozentin und Supervisorin beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit verschiedenen Themen des frühen Spracherwerbs. Autorin von Beiträgen in Fachzeitschriften und Büchern. Mitglied der Forschungsgruppe CH. Logopädie im Frühbereich. Seit 2010 Studienleitung des CAS „Spracherwerbsstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter“. Präsidentin der GSEST (Gesellschaft für entwicklungspsychologische Sprachtherapie).

© GAIMH - Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit

seit 1996 - 2026 - Impressum | Datenschutz

Geschäftsstelle: Hernalser Hauptstraße 15/2/9, A - 1170 Wien
info@gaimh.org

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf der GAIMH-Webseite einverstanden sind. Weitere Informationen: Datenschutzerklärung - Cookies
Zustimmen