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GAIMH - Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit

Die GAIMH setzt sich ein für die Förderung seelischer Gesundheit in der frühen Kindheit sowie für die Vermeidung und Früherkennung von Fehlentwicklungen.

Vorträge

Donnerstag, 19. Februar 2026

Eröffnungsvortrag "Wie Spielen Gehirn erschafft - und was wir daraus lernen können", Dr. Christoph Göttl

Alle höher entwickelten Tiere spielen: Affen, Wölfe, Delphine, sogar Krähen. Was hat Spielen mit der Entwicklung des Gehirns zu tun? Wieso verbringen Kinder, die ihr Gehirn entwickeln, so viel Zeit mit Spielen?
Wie schlägt sich Spiel - und fehlendes Spiel - im Gehirn nieder? Sie erforschen die neurobiologische Notwendigkeit des Spiels im 0.-3. Lj - und was wir tun können, wenn Kinder und Eltern nicht mehr spielen.

Dr. Christoph Göttl

ist Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut mit einer Spezialisierung auf Traumatherapie. Seit 2007 entwickelt er den Ansatz der NeuroDeeskalation®. Christoph und seine Frau Elke Schulen gemeinsam mit ihrem Team in Österreich, Deutschland, Schweiz, England, Belgien und Kanada in Settings der Psychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe, Einrichtungen und Familien mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Pflege- und Adoptivfamilien und Pädagogik.
Er arbeitet als Trainer, Coach, Supervisor und Vortragender für NeuroDeeskalation® und weiterhin mit Familien und Patienten in seiner Praxis ressourcenreich.

Freitag, 20. Februar 2026

„Geborgenheit und Anregung - Grundbedürfnisse von Affenkindern.“, Dr.in Signe Preuschoft, Dr.in Elfriede Kalcher-Sommersguter

Bei vielen Tierarten ist Spiel auf Kindheit und Jugend beschränkt und tritt nur in Abwesenheit von lebensbedrohlichen Situationen auf. Im Spiel wird Anregung erzeugt, aber auch kanalisiert. Es dient, insbesondere bei Erwachsenen, auch dazu soziale Spannungen zu modulieren und zu de-eskalieren. Gemeinsam ist allen Primaten einschließlich des Menschen eine lange Spanne kindlicher Entwicklung beginnend mit der vollkommenen Abhängigkeit von elterlicher Fürsorge, gefolgt von allmählichem Selbstständig-werden, sowie eine sensible Phase für vorwiegend soziales Lernen. Seit den 60er Jahren untermauern wissenschaftliche Theorien, wie unabdingbar eine frühkindliche Bindung an Bezugspersonen für die psycho-soziale und emotionale Entwicklung im gesamten späteren Leben eines Primatenkindes ist. Sozialspiel fördert nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern ist auch immens wichtig für die Entwicklung psychischer Fähigkeiten wie Stimulationstoleranz, Selbstkontrolle und taktischem Agieren.

Dr.in Signe Preuschoft

has worked on primate social behaviour since 1985. She holds a Diploma as Psychologist from Ruhruniversität Bochum, and completed a Ph.D. in zoology, on communication and bonding in primates under the supervision of JARAM van Hooff, at the University of Utrecht, NL. Her post doctoral work was at Emory University and Yerkes Primate Centre with Frans de Waal. In her scientific work, Signe focused on the evolution of social behaviour, such as communication and cooperation. Since 2001 she has applied her knowledge to improve living conditions and psychological health of great apes. Until 2006 she directed the first retirement project for ex-laboratory chimpanzees, in Austria. Since 2007 she is dedicated to raising and rehabilitating orangutan orphans for later reintroduction into natural habitat in Indonesia. She is Head of Ape Protection Unit at the international animal welfare organisation Four Paws and Founder and Mastermind of Yayasan Jejak Pulang, in Indonesia.

Dr.in Elfriede Kalcher-Sommersguter

has worked on the effects of early life adversity on apes’ behaviour since 2003. She holds a Master in Zoology and a PhD in Natural Sciences from the University of Graz, Austria. She is a lecturer at the University of Graz since 2008. In her scientific work, she focused on long-term effects of early infantile deprivation on the behavior of former laboratory, pet and entertainment chimpanzees. Since 2021 she is Ape Protection Expert at FOUR PAWS International, assisting and supporting Signe Preuschoft and her foundation Yayasan Jejak Pulang in rehabilitating orangutan orphans for later reintroduction into natural habitat in Indonesia.

„Wie Aufrichtung, Berührung und Selbstwahrnehmung die Spielentwicklung im Säuglingsalter vorbereiten“, Karin Kalbanter-Wernicke, Dr. Thomas Wernicke

Spielen ist nicht einfach da – es entsteht.
Damit Babys ihr Entdeckerpotenzial entfalten können, braucht es mehr als kognitive Reife: Aufrichtung, Körperwahrnehmung und emotionale Sicherheit sind die unsichtbaren Grundlagen des Spiels.
In diesem Workshop beleuchten wir, wie frühe Bewegungsentwicklung und Selbstwahrnehmung das Explorationsverhalten vorbereiten – wissenschaftlich fundiert und ergänzt durch Impulse aus der Meridianentwicklung (BabyShiatsu).
Mit einem Augenzwinkern und praxisnahen Übungen entdecken wir gemeinsam, wie Aufrichtung zur Spielfreude wird und warum „Embodiment“ in der frühen Kindheit der wahre Spielplatz ist.

Karin Kalbanter-Wernicke

International anerkannte Expertin auf dem Gebiet der kindlichen Entwicklung und Autorin. Ihre Konzeption neuer Gesundheitsprogramme machte sie zu einer national und international bekannten Fachfrau im Gesundheitsbereich.

Dr. Thomas Wernicke

  • Ärztlicher Leiter des therapeuticum rhein-main,
  • Präsident der Internationalen Gesellschaft für Traditionelle Japanische Medizin (IGTJM e.V.),
  • Mitinitiator internationaler Kongresse für japanische Medizin,
  • Autor zahlreicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen und mehrerer Fachbücher.
„Spiel dich nah - Bindungsaufbau bei autistischen Kindern im Kleinkindalter.“, Dipl.-Psych. Jule Epp

Bindung und Spiel sind zwei zentrale Entwicklungsfelder – und gerade hier zeigen sich oft die größten Herausforderungen bei jungen Kindern im autistischen Spektrum. In diesem Vortrag gehen wir der Frage nach, warum das so ist. Wir beleuchten die enge Verbindung zwischen Bindung und Spiel und zeigen auf, wie neurologische und emotionale Besonderheiten den Zugang zum Spielmodus erschweren – und damit auch die Entwicklung von Bindung grundlegend beeinflussen. Mit einem vertieften Verständnis dieser Prozesse eröffnen sich konkrete Wege, die Bindungsentwicklung von Kleinkindern im autistischen Spektrum gezielt durch Spiel zu unterstützen und das individuelle Potenzial des Kindes zur Entfaltung zu bringen.

Jule Epp

ist Diplom-Psychologin aus Vancouver, Kanada. Seit 1992 lebt sie in Berlin und arbeitet seit 2009 mit autistischen Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern. Sie leitet eine Online-Bildungsstätte für Eltern und Fachkräfte, die Kurse und Webinare auf Grundlage eines bindungsorientierten Entwicklungsansatzes anbietet. Ihr therapeutischer Schwerpunkt liegt darauf, die Entwicklung autistischer Kinder durch sichere Bindung und Spiel zu unterstützen. Auch persönlich ist ihr das Thema vertraut: Sie ist Mutter eines Sohnes im autistischen Spektrum.

Samstag, 21. Februar 2026

„Kindliche Beeinträchtigungen der Spielfähigkeit und Aufmerksamkeitsregulation im Kontext belasteter Eltern-Kind-Interaktionen und -beziehungen.", Dr.med. Nikolaus von Hofacker

Der Vortrag geht auf die Entwicklung der kindlichen Spielfähigkeit, deren Beeinträchtigungen sowie Hintergründe und Ursachen von kindlicher Spielunlust ein. Der Fokus liegt dabei auf der Rolle der frühen Eltern-Kind-Interaktionen und -Beziehungen in der Reifung der kindlichen Spielfähigkeit. Zusammenhänge zwischen der Regulation kindlicher Spielfähigkeit und der Aufmerksamkeits- und Emotionsregulation werden aufgezeigt. Interventionsansätze werden angesprochen.

Dr.med. Nikolaus von Hofacker

1987-1998 Facharztausbildung Pädiatrie und Kinder- u. Jugendpsychiatrie in München, Hamburg und Landshut. 1999 Aufbau der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik am Klinik München-Harlaching. Seit 2013 in eigener Praxis niedergelassen als Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut. Eltern-Säuglings- und Kleinkindpsychotherapie. Supervision. Dozententätigkeit.

“Spiel als Fenster zur Entwicklung: Frühkindliches Spielverhalten in sozialen Interaktionen.”, Dr.in Gabriela Markova

Die positive Wirkung von Spiel auf emotionale, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern ist so wesentlich, dass spielen durch die UN Kommission für Menschenrechte als Recht jedes Kindes anerkannt wurde. Die Wirkung vom Spiel ergibt sich durch selbst geschaffene Lernerfahrungen, die es Kindern ermöglichen Fähigkeiten zu erlernen, die sie sonst nicht erlernen können und so ihr volles Potential auszuschöpfen. Es gibt Kindern einen Rahmen, in dem sie ihr eigenes Verhalten und jenes von anderen erfahren, daran teilhaben und somit darüber lernen können. In diesem Vortrag werden Forschungsergebnisse vorgestellt, die aufzeigen, wie sich Spiel im Rahmen von sozialen Interaktionen manifestiert und entwickelt – und welche Auswirkungen es auf die lebenslange Entwicklung haben könnte.

Dr.in Gabriela Markova

ist Wissenschaftlerin am Institut für Early Life Care der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg. Sie promovierte in Psychologie an der York University in Toronto, Kanada, und absolvierte das Magisterstudium an der Universität Salzburg. In ihrer Forschung untersucht sie die frühe sozio-emotionale und -kognitive Entwicklung unter Anwendung verschiedener Methoden, darunter Verhaltens- und endokrinologische Analysen, EEG und Eye-Tracking. Dr. Markova interessiert sich besonders für die Bedeutung, Struktur und Funktion früher sozialer Interaktionsprozesse sowie für die klinische Relevanz sozialer Kognition. Zudem war sie als Forschungsleiterin bei Red Noses International tätig, wo sie Forschungsaktivitäten zur Wirksamkeit von Clowninterventionen im Gesundheitswesen initiierte.

“„Immer nur spielen...?“ Die heilende Funktion symbolischer Spielhandlungen”, Dr.in Eva Pattis-Zoja

Auch das ganz einfache frühkindliche Spiel hat symbolische Bedeutung und innerpsychische Auswirkungen – selbst in Situationen, wo die Erwachsene  glauben, es seien nur willkürlich oder gewohnheitsmäßig wiederholte Handlungen. Diese Auswirkungen sind vielfacher Art und reichen von der psychischen Selbstregulation bei Spannungen  und Konflikten bis hin zur Selbstheilung mithilfe lebendiger Symbole.  

Dr.in Eva Pattis-Zoja

ist Psychologin, Jung'sche Analytikerin, Kindertherapeutin und Sandspieltherapeutin mit privater Praxis in Mailand. Sie hält regelmäßig Lehrveranstaltungen am Jung Institut in Zürich und Wien sowie auf den Lindauer Psychotherapiewochen, daneben Lehrtätigkeit in New York sowie langjährige Ausbildungstätigkeit in den "Developing Groups" der Internationalen Gesellschaft für Analytische Psychologie (IAAP) in China und Südamerika, Entwicklung der Methode der Expressiven Sandarbeit.  

"Vom Spiel zur Kreativität: eine kritische Würdigung der Vorträge für Praxis und Prävention", Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch

Der Vortrag wird sich im Rahmen einer kritischen Würdigung mit den Hautvorträgen der Tagung auseinandersetzen, die Themen aus verschiedenen Blickwinkeln diskutieren und um neue Aspekte ergänzen. Dabei werden insbesondere die möglichen Umsetzungen der Tagungsinhalte für praktische Anwendungen in der täglichen Arbeit sowie für die Prävention wichtige Themen des Vortrags sein.

Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch

Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendpsychotherapeut

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